RZ-Online (Ost) vom Samstag, 8. August 2015

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Auszugsweise......Im Dornröschenschlaf liegt das oberhalb von Ackvas Mühle 1939 erbaute Waldlaubersheimer Schwimmbad, das die Gemeinde gern verpachten möchte. Das ehemalige Freibad hat eine interessante und wechselvolle Geschichte.

Nach einer Verfügung des Landrats vom 13. Januar 1938 sollten zur Ertüchtigung der Kinder auf dem Land, Schwimmanlagen gebaut werden. Unter dem damaligen Waldlaubersheimer Ortsbürgermeister Gräff beschloss der Gemeinderat: „Unter der Voraussetzung, dass die Zuschüsse fließen und die Volksgenossen sowie die NS-Gliederung Hand- und Spanndienste leisten, wird in der Gemeindewiese Kehl ein Schwimmbad gebaut.“ Laut des Chronisten, errechnete Kreisbaumeister Starig ohne das Holz für die Kabinen Kosten von 4000 Reichsmark, die mit 3500 Reichsmark bezuschusst wurden.

Am 3. Mai begannen die Arbeiten. Viele packten mit an, auch die Hitlerjugend, die abends ausschachtete. Dennoch ging es nur langsam voran. Als nach einer Regenperiode die Wände einstürzten, entschloss man sich dazu, das Windesheimer Unternehmen Sponheimer mit den Arbeiten zu beauftragen. Im Frühjahr 1939 wurde der Grundstein gelegt, im Spätsommer wurde das Bad seiner Bestimmung übergeben. In den Jahren danach gab es in Waldlaubersheim kaum noch einen Jugendlichen, der nicht schwimmen konnte.

Ende der 50er-Jahre war das Bad nicht mehr zeitgerecht. Es gab Auflagen seitens der Gesundheitsbehörden, die von der Gemeinde aus finanziellen Gründen nicht zu erfüllen waren. Dazu kam das kalte Quellwasser. 1963 wurde der Badebetrieb eingestellt, und das gesamte Areal 1968 bis zum März 1980 an Herbert Müller-Späth verpachtet, danach an eine Waldlaubersheimer Interessengemeinschaft. 2003 kam ein neuer Pächter, der das Gebäude umfassend sanierte und nutzbar machte.

Dem Schwimmbecken mit einer Wassertiefe von 1,20 bis 3,80 Meter und einem Ein-Meter-Sprungbrett ist ein sogenanntes Vorwärmbecken, das für Kleinkinder geeignet ist, vorgeschaltet. ........

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